Künstlerischer Ansatz
"Die figurative Präsenz des Waldes wird im Wesentlichen als ein Raum der seelischen Zuflucht wahrgenommen, in dem es möglich ist, die Wünsche und Ängste der Kindheit zu überleben. (...) Was ist seine konkrete Bedeutung, was suchen wir, wenn wir in den Wald gehen? (...) Drei Jahre lang durchstreifte Michael Lange die Wälder Deutschlands in der Dämmerung und im Halbdunkel. Gestützt auf seine Intuition lokalisierte er jeden Zufluchtsort, an dem sich kindliche Fantasien mit Elementen der Natur entfalten, und schuf unglaubliche visuelle Eindrücke. Sie zeugen von der späten, gewagten Übung des erwachsenen „Ich“, endlich den Ort zu erreichen, den die kindliche Seele jahrelang gesucht hat.
Michael Langes Waldszenen erscheinen als zeitlose Aufnahmen der Natur, die ebenso mythisch wie real wirken. Seine Motive sind von einer tiefen Befriedung und Erhabenheit durchdrungen. So zeichnen sich die Aufnahmen dadurch aus, dass sie ein Geheimnis verbergen. Sie schöpfen aus Momenten schwindenden oder aufkommenden Lichts, um daraus ein beinahe zärtliches Konzentrat zu schaffen. Häufig stellen sich grundlegende Fragen nach dem Ursprung der Ruhe, die aus dem Foto spricht. (...) In Michael Langes fotografischen Darstellungen erwächst aus dieser potenziell wachen Erfahrung eine künstlerische Strategie. Sie lässt sich meist mit der Erfahrung vergleichen, die die deutschen Dichter der Romantik Waldeinsamkeit nannten, das Gefühl der Einsamkeit im Wald." Christoph Schaden
BIOGRAPHISCHE ANGABEN
Michael LANGE
DEUTSCHLAND
Michael Lange, ein autodidaktischer Fotograf, der Ende der 70er Jahre begann, galt in den letzten 30 Jahren als einer der besten Magazinfotografen Deutschlands. Er arbeitete hauptsächlich für die Magazine Stern, Geo, Art, Der Spiegel, Time, Newsweek, Fortune und als Vertragsfotograf für das Germany Manager Magazin. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er an persönlichen künstlerischen Projekten.