"Entgegen den Grundsätzen der postminimalen Skulptur entfaltet Nicolas Alquin eine Praxis, die nicht ohne Intensität die Kunstgeschichte neu durchspielt und sowohl Randbezüge als auch die große Geschichte der Bildhauerei heranzieht. In einem unablässigen Dialog zwischen dem jüdisch-christlichen ikonografischen Erbe und dem Einfluss primitiver Skulpturen (afrikanischer wie orientalischer) auf die zeitgenössische westliche Kunst materialisiert Nicolas Alquin in seinen Werken eine Reflexion über die Beziehungen zwischen dem Sichtbaren und dem Unsagbaren, der Hand und dem Geist oder auch der Beherrschung und dem Zufall. So zögert er nicht, sich sogenannte “traditionelle” Techniken anzueignen (allen voran das direkte Behauen des Holzes, das Ziselieren der Bronze), um sie mit vielfältigen Einflüssen zu färben und neu in Perspektive zu setzen." Marc Bembekoff
“Die Luft ist gemeißelt, ja, bildhauern heißt Luft herstellen, da man Holz wegnimmt.
Unter dem Mikroskop ist die Holzsubstanz ein Bündel von Röhren.
Das ist das große Geheimnis: Alle Hölzer sind Orgeln.
In ihnen ist Platz für dich.” Nicolas Alquin
BIOGRAPHISCHE ANGABEN
Nicolas ALQUIN
BELGIEN
Nicolas Alquin wurde 1958 in Brüssel in eine Künstlerfamilie geboren. Nach einem Studium der Restaurierung von Kunstwerken am Musée des Arts et Traditions Populaires verkehrte er in den Ateliers der Bildhauer Reinhoud d’Haese und Etienne Martin. Er entwickelt sein künstlerisches Vokabular entlang dreier Hauptachsen: Holz (in direkter Schnitzarbeit); Bienenwachs, aus der Masse geschnitten und modelliert (manchmal in Bronze gegossen); und Sepia- oder schwarze Tusche (für lavierte Pinselzeichnungen).