Das Wasser beflügelt seit Jahrtausenden die Fantasie von Philosophen, Künstlern und Schriftstellern. Es verkörpert das Leben, symbolisiert Erneuerung und Bewegung. Die Dichter berauschen sich an seiner Flüssigkeit und Lebendigkeit, während die Maler die flüchtigen Spiegelungen auf seiner Oberfläche einfangen. Mal ruhiger Spiegel des Himmels, mal ungestümer Wildbach, der die Landschaften zerreißt, mal tosender Ozean: Das Wasser ist vielgestaltig. Es erschafft das Universum, wird zur Sintflut, verschlingt Länder und Schiffe oder legt sich einfach als Tau auf ein Blütenblatt. Die Leinwand des Malers verwandelt es in Landschaften, in denen das Blau des Himmels mit dem Grün der Tiefe verschmilzt, in denen die Wellen unter der Liebkosung des Windes wogen, in denen das Floß der Medusa ewig treibt. Das Wasser lädt zur Betrachtung ein, weckt aber auch den Nervenkitzel des Abenteuers und des Unbekannten. Die Geschichte der Menschheit kennt keine Heldin, die zugleich mächtiger und zerbrechlicher wäre.
GÄSTE
- Erik Orsenna, Schriftsteller und Mitglied der Académie française
- Charlène Descollonges, Hydrologieingenieurin
- Bas Smets, Landschaftsarchitekt
- Fabien Mérelle, Künstler
PROGRAMM